Unser Ratgeber für Ihr Social Media Marketing

Die durchschnittliche Nutzungsdauer von sozialen Netzwerken nimmt seit 2012 kontinuierlich zu. Heute liegt sie bei über 2 Stunden am Tag! Außerdem füllt soziales Netzwerken ein Drittel der im Internet genutzten Zeit der weltweiten Bevölkerung. Insgesamt geben 94 % der 16- bis 64-Jährigen an, mindestens ein Profil in einem sozialen Netzwerk zu besitzen. Zudem verbringt durchschnittlich jeder Nutzer von sozialen Medien täglich über zwei Stunden in den Netzwerken.

Warum erzähle ich Ihnen das? Soziale Netzwerke haben längst ihr primäres Ziel des Informationsaustausches erweitert und sind zu einer riesigen Plattform für potentielle Käufer geworden. Werbetreibende haben das schon lange erkannt: Laut dem Deutschen Institut für Marketing nutzen 90,9 % der deutschen Unternehmen Social Media Marketing für die Unternehmenskommunikation. Dennoch beklagen viele Unternehmen den fehlenden Erfolg ihrer sozialen Kanäle oder verschenken die Möglichkeiten, die soziale Vernetzung anbietet. Denn es reicht nicht einen Facebook-Account einzurichten und ab und an einen Beitrag zu veröffentlichen. Unser Ratgeber zeigt Ihnen, warum Sie Social Media Marketing nutzen sollten und was es zu beachten gibt.

Warum Social Media Marketing?
Die angesprochene Veröffentlichung von Global Web Index zeigt: So gut wie jeder Mensch im Alter von 16 bis 64 nutzt soziale Netzwerke. Das bedeutet: Ihre Zielgruppe und die kaufkräftigen Generationen haben Profile, die sie aktiv nutzen. Sie haben also Ihre Kunden gebündelt auf wenigen Plattformen, was die Ansprache Ihrer potentiellen Kunden deutlich vereinfacht.
Ein weiterer Vorteil der sozialen Netzwerke ist ihre Vernetzbarkeit untereinander: Sie haben die Möglichkeit, eine Kampagne über verschiedene Plattformen zu verbreiten und können so eine breite Masse ansprechen und ihre Inhalte auf die jeweilige Nutzergruppe anpassen. Die großen Plattformen, wie Facebook, Twitter und Instagram geben zudem die Möglichkeit, beim Veröffentlichen Ihrer Inhalte die Zielgruppen nahezu unendlich zu präzisieren.
Hinzu kommt, dass Inhalte, die über soziale Netzwerke geteilt werden, eine hohe Glaubwürdigkeit besitzen. So zeigt eine Studie von Twitter, dass 56 % der Befragten sich auf Empfehlungen von Freunden verlassen, während gleichzeitig 49 % antworteten, dass sie ebenso auf die Aussagen von Influencern vertrauen.
Das alles sind Vorteile, die Social Media Marketing zu einem wichtigen Baustein in Ihrem Marketing-Mix werden lassen sollte. Wir zeigen Ihnen in 3 Schritten, wie Sie ihren perfekten Social Media Auftritt erarbeiten.

Schritt 1: Wie viel Social Media Marketing ist für Sie sinnvoll?
Die Beantwortung dieser Frage hängt maßgeblich von zwei Punkten ab: Die Branche, in der Sie tätig sind und den Eigenschaften Ihrer Kundenzielgruppe. Beides bestimmt Ihre Ziele, Ihre Kanäle, die Themen und den Anteil in Ihrem Marketing-Mix.
An dieser Stelle ein Vergleich: Hej Nutrition ist ein Hamburger Food-StartUp, welches bei seiner Kommunikation fast ausschließlich auf soziale Netzwerke und die Zusammenarbeit mit bekannten Fitness-Bloggern und Influencern setzt. Dieses Unternehmen ist darauf angewiesen Social Media Marketing zu betreiben, da die Zielgruppe sich hauptsächlich im Netz aufhält und die Konkurrenz für Nahrungsergänzungsmittel und Sportnahrung enorm ist.
Dementgegen steht RetroBrain. Die Hamburger entwickeln Lern- und Therapiespiele für Senioren und Pflegeheime. Auch sie betreiben Social Media Marketing, doch lange nicht in dem Maße wie Hej Nutrition. Der entscheidende Unterschied ist, dass die Zielgruppe der Pflegeheimbesitzer und -betreiber nicht beruflich in den sozialen Netzwerken unterwegs ist und RetroBrain alternative Marketingmaßnahmen nutzen muss.
Für Sie bedeutet das folgendes: Bevor Sie loslegen, Ihre Social Media Kanäle aufzubessern, müssen Sie sich ganz klar fragen: Welchen Stellenwert geben Sie dieser Marketingform? Welche sozialen Medien nutzen Ihre potentiellen Kunden, Partner und Investoren? Welches Ziel verfolgen Sie mit den sozialen Auftritten? Denn die Nutzung der sozialen Medien kann ganz unterschiedlichen Nutzen haben: So ergab eine Umfrage unter Marketingentscheidern, dass für 88 % die Erhöhung von Aufmerksamkeit zählt, während wiederum 69 % die Kundenloyalität fördern und 53 % der Befragten neue Geschäftskontakte knüpfen. Haben Sie sich entschieden, welchen Anteil Social Media Marketing erhält und welche Ziele Sie damit verfolgen, geht es in Schritt 2 darum, die Strategie zu verfeinern.

Schritt 2: Welche Kanäle eignen sich für Sie?
Eines möchte ich Ihnen gleich vorweg mitgeben: Zwingen Sie sich nicht, auf allen Plattformen präsent zu sein. Qualität geht hier eindeutig vor Quantität. Die Einrichtung und die Pflege der sozialen Profile ist hoch, vor allem, wenn Sie auf die bekannten Angebote, wie Facebook, Twitter oder Youtube zurückgreifen. Eine Umfrage unter den Fortune 100 Unternehmen ergab, dass nur jeweils 65 % einen Twitter-Account, 54 % ein Facebook-Profil, 50 % einen Youtube-Kanal und 33 % einen eigenen Blog betreiben. Nur jedes fünfte Unternehmen unterhält zeitgleich alle 4 Kanäle. Diese Ergebnisse zeigen, dass es selbst den 100 umsatzstärksten Unternehmen zu aufwendig ist, alle sozialen Kanäle voll auszuschöpfen.
Ich möchte Ihnen eine kleine Auswahl an sozialen Netzwerken geben, damit Sie einen ersten Anhaltspunkt für Ihre Strategie haben und wissen, welches Netzwerk für Sie am ehesten in Frage kommt.

Facebook: Facebooks großer Vorteil liegt in seiner Vielseitigkeit. Die Möglichkeiten bei der Erstellung von Inhalten und Anzeigen sind nahezu grenzenlos. Zudem macht es Facebook seinen Nutzern sehr einfach, mit Ihren Inhalten zu agieren, ohne die Plattform zu verlassen. Likes, Shares und Kommentare sind dabei nur die Oberfläche.
Doch genau in dieser Grenzenlosigkeit liegt auch ein Schwachpunkt: Die Einarbeitung in Facebook dauert lange, ist sehr aufwendig und muss ständig aktualisiert werden. Zudem entscheidet Facebook durch seinen Newsfeed, welcher Nutzer Ihre Inhalte erhält, was Ihre Reichweite empfindlich einschneiden kann.
Facebook lohnt sich für alle Unternehmen, jedoch besonders für Selbstständige und Kleinunternehmen mit speziellen Zielgruppen, da Anzeigen günstig sind und sich individuell anpassen lassen.
Twitter: Die Vorteile von Twitter sind seine Schnelligkeit und die Tatsache, dass vor allem in Deutschland viele Experten diesen Dienst nutzen. Vor allem Business-to-Business Unternehmen spielt dies in die Hände, da sie hier auf Geschäftsführer, Multiplikatoren und Journalisten treffen.
140 Zeichen sind vor allem in der deutschen Sprache wenig. Und der Twitterfeed ist gewaltig — selbst wenn Sie nur einigen hundert Personen folgen, haben Sie schnelle mehrere tausend Posts am Tag. Da gehen schnell einige verloren.
Unternehmen mit einem hohen Nachrichtenwert und provozierenden Themen können über Twitter schnell kontroverse und trafficstarke Diskussionen beginnen.
Instagram: Instagram hat extrem an Reichweite zugelegt. Werbeanzeigen können über Facebook erstellt, gemanagt und veröffentlicht werden. Sie haben zudem die Möglichkeit, im Newsfeed der Zielgruppe deutlicher aufzufallen, da die Anzeigen wie Posts aussehen.
Die Verwaltung des Instagram-Accounts muss nach wie vor über ein Smartphone geschehen, was die Handhabung für Unternehmen deutlich erschwert. Zudem erreichen Sie grundsätzlich die gleichen Zielgruppen, wie über Ihre Facebook-Anzeigen.
Unternehmen, die Produkte und Content mit hohem bildlichem Mehrwert bieten sollten dringend dieses Netzwerk nutzen.
YouTube: Videos werden immer beliebter und verbreiten sich eher und schneller, als Wortbeiträge. Die direkte Einbindung in andere soziale Netzwerke macht es einfach, Ihren Content schnell und effektiv zu verbreiten. Zudem bietet YouTube bezahlbare Werbemaßnahmen an, die sofort eine große Reichweite erhalten.
Die hohe Anzahl an Videos, die täglich bei YouTube hochgeladen werden, machen es schwer eine große Zuschauerzahl zu generieren. Außerdem können Ihre Inhalte nur extern geteilt werden und nicht im Videoportal selbst, weswegen Sie darauf angewiesen sind, dass das Video schnell eine hohe Resonanz erhält.
Unternehmen mit dem nötigen Budget für qualitativ hochwertige Videos sollten auf YouTube nicht verzichten. Bilder bleiben eher hängen, als Texte und übermitteln Botschaften klarer, als es Worte können.
Xing: Xing ist ein Arbeitnehmer-Netzwerk, was vor allem dazu dient, sich über Leistungen und Unternehmen auszutauschen, Stellenanzeigen zu verbreiten oder das eigene Unternehmen attraktiver darzustellen.
Der Xing-Premium Account ist vor allem für kleine und mittelständische Unternehmen teuer. Wägen Sie also genau ab, ob dieses Netzwerk für Sie den gewünschten Nutzen erfüllen kann.
Selbstständige & Freelancer, die auf der Suche nach Partnerschaften oder Expertise sind, müssen sich auf Xing präsentieren.

Haben Sie sich auf Ihre sozialen Netzwerke festgelegt? Dann ist es im nächsten Schritt wichtig, die Inhalte zu erarbeiten.

Schritt 3: Welche Themen sollten Sie veröffentlichen?
Soziale Netzwerke leben von mitreißenden Inhalten. Die Nutzer werden täglich überschwemmt von Nachrichten, Werbebannern und unnützem Wissen. Das bedeutet für Sie, dass Sie Ihre Themen so gestalten müssen, dass Sie aus dieser Masse an Informationen hervorstechen. Auch hier ist vorher zu analysieren: Was haben Sie zu sagen? Wie können Sie Ihren Fans, Ihren Followern behilflich sein? Was will Ihre Zielgruppe in den sozialen Netzwerken sehen?
Klar ist, dass niemand aktiv in den sozialen Netzwerken nach Produkten sucht. Das bedeutet für Sie: Ihre potentiellen Kunden und Ihre Fans wollen keine Verkaufsanzeigen sehen, sondern interessante Geschichten. Videos, die zum lachen bringen, Fakten, die provozieren, Blogs, die in Erstaunen versetzen. Teilen Sie Inhalte, die das Potential haben, eine Reaktion auszulösen. Für die Nutzer eines sozialen Netzwerks ist nichts schlimmer, als ein “toter” Kanal, der nur über Geschäftszahlen oder Produktveröffentlichungen berichtet. Große Unternehmen können hier als Beispiel dienen: True Fruits ist innerhalb eines Jahrzehnts zum deutschen Marktführer geworden. Erreicht wurde dies unter anderem durch die provokanten Social Media Posts, welche nicht direkt die Smoothies bewarben, sondern die frechen Sprüche und Hashtags, die auf die Flaschen gedruckt werden.

Fazit
Soziale Medien bieten großes Potential für jede Branche. Dennoch sind die Hürden für die effektive Nutzung hoch. Daher ist es wichtig, dass Sie Ihre Möglichkeiten und Ihre Ziele ganz genau definieren, Ihre Zielgruppen genau beobachten und analysieren, und ganz wichtig: Befolgen Sie unseren Ratgeber, denn so begeistern Sie Ihre Fans!