Diese 5 Tipps machen Sie zum Stress-Experten!

Stress macht Sie krank! Diese Aussage hat sich so tief in das Denkmuster der Menschen eingebrannt, dass es zu einer Art Mantra wurde. Seit dem Beginn des 21. Jahrhunderts erreichten Begriffe wie Work-Life-Balance, Veganismus oder Sabbatical eine ganz neue Bedeutung. Vor allem die Generation Y setzt auf eine ausgeglichene Arbeits- und Lebensweise. The National Society of High School Scholars fand heraus, dass ein Unternehmen mit einer bestehenden „Work-Life-Balance“ für 70 % der befragten Jugendlichen ein Hauptgrund ist, diesen Arbeitgeber zu wählen.
Die Arbeitenden versuchen also, Stress zu reduzieren. Doch eines muss jedem klar sein: In der heutigen Zeit kann man sich dem Stress nicht entziehen. Er lauert am Arbeitsplatz, auf dem Weg nach Hause, beim gemütlichen Sonntagsbrunch – überall sind potentielle Stressquellen. Prof.-Dr. Hartmut Rosa vom Soziologischen Institut der Universität Jena, spricht von einem bevorstehenden „kollektiven Burnout“. Jedoch sollten wir etwas dringend überdenken: Ist Stress tatsächlich der Teufel, der Feind? Oder ist es die Einstellung, die wir ihm entgegenbringen?

Das folgende Beispiel zeigt: Nicht der Stress an sich ist es, der Sie belastet, sondern allein die Überzeugung, dass er es tun wird, macht ihn so gefährlich.
Die Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität von Wisconsin-Madison untersuchte fast 30.000 US-Amerikaner. In der 8-jährigen Studie wurden die nationalen Sterberegister von 1998 mit denen von 2006 verglichen.
Die schlechten Ergebnisse zuerst: Menschen, denen große Stresssituationen widerfahren waren, hatten insgesamt ein um 43 % erhöhtes Risiko, vorzeitig zu sterben. Zudem waren die Teilnehmer zu 75 % eher in schlechter körperlicher und sieben Mal eher in schlechter mentaler Verfassung. Doch nun zu dem großen ABER: Alle diejenigen, die diese verschlechterten Ergebnisse aufwiesen, waren gleichzeitig fest davon überzeugt, dass Stress schlecht für sie sei.
Diejenigen, die der Überzeugung anhingen, Stress würde sie nicht beeinflussen, zeigten erstaunlicherweise die besten körperlichen und mentalen Ergebnisse aller Teilnehmer - inklusive derer, die nur wenig Stress ausgesetzt waren!

Nun ist es nicht mein Wunsch, dass Sie sich so viel Stress wie möglich aussetzen und gleichzeitig denken: „Das schaffe ich schon.“ Keinem Stress ausgesetzt zu sein, ist sicherlich gesünder, als ständig unter Strom zu stehen. Es ist allerdings entscheidend, dass Sie Ihre Einstellung überdenken und lernen, Ihren Stress zu managen.

Nutzen Sie die folgenden 5 Tipps, und machen Sie sich den Stress zu Ihrem Freund!

  1. Analysieren und messen Sie Ihren Arbeitsalltag.
    Die Zeit der Bauchentscheidungen neigt sich dem Ende zu. Analysen werden immer entscheidender, um den Erfolg und Misserfolg einer Person, eines Unternehmens oder der Gesellschaft zu messen und vorauszusagen. Sie machen jeden Teil des Unternehmens fassbar.
    Analysen und Messbarkeit tragen dabei nicht nur zu reinen Einschätzungen bei. Durch Sie wird es möglich, Stress zu messen und Ihre Aufgaben ganz klar nach Wichtigkeit und Dringlichkeit einzuordnen. Nun können Sie effektiv sehen, welche Aufgaben wann erledigt sein müssen. Haben Sie diese Einteilung vorgenommen, können Sie in Situationen, in denen Sie unter Druck stehen, weil mehrere Personen Ihre Hilfe brauchen, zeitgleich Papierkram auf Sie wartet und Kunden den Kontakt zu Ihnen suchen, besser managen und ganz klare Antworten geben. Das schafft einen freien Kopf und führt uns direkt zum nächsten Tipp.

  2. Lokalisieren Sie Stressquellen.
    Stress-Management beginnt damit, dass Sie sich ganz klar vor Augen führen: Warum bin ich eigentlich gestresst?
    Wenn Sie sich zu oft sagen „Ich habe 1.000 Dinge um die Ohren“ ist es allerhöchste Zeit, durchzuatmen und anzufangen, Stressquellen zu lokalisieren. Beginnen Sie im Kleinen und analysieren Sie immer nach den drei Fragen: Was? Wer? Wann? Sie können sich fragen: Was muss getan werden? Wer braucht mich? Zu wann müssen welche Aufgaben erledigt sein? Haben Sie Ihre Aufgaben sortiert, dann verschriftlichen Sie diese – egal ob digital oder auf Papier –, und achten Sie darauf, dass Sie die erstellte Planung immer im Blickfeld haben! Trello und Wunderlist bieten hierfür tolle, digitale Möglichkeiten. Die beiden Tools ermöglichen es Ihnen Ihren Alltag zu managen und Aufgaben effektiv zu sortieren. Animieren Sie Ihre Mitarbeiter und Angestellten, Ihrem Beispiel zu folgen, dann haben Sie einen positiven Nebeneffekt: Sie steigern die Effektivität Ihres Unternehmens.

  3. Lernen Sie, Nein zu sagen.
    Adam Grant, hochdekorierter Wirtschafts- und Organisationspsychologe, spricht von drei Typen am Arbeitsplatz: den Nehmer, die Geber und die Anpasser. Wie die Namen schon verraten, tendieren die Nehmer dazu, Arbeit auf Kollegen zu übertragen und sich selbst zu bedienen. Geber wiederum stellen ihre Arbeitskraft allen zur Verfügung und überlasten sich schnell mit Aufgaben. Die Anpasser befinden sich dazwischen und versuchen, ein gesundes Maß zu finden. In seinem Vortrag belegt Adam Grant, dass die effektivste und beste Arbeitsgruppe die der Geber ist. In einem gesunden Umfeld, wenn Geber gemeinsam mit Nehmern und Anpassern arbeiten, sind sie am wertvollsten.
    Nun ist es aber so, dass Geber gerne Ja sagen. Zu beobachten ist das vor allem in sehr stressigen Zeiten – womit wir zurück beim Tipp wären: Lernen Sie, Nein zu sagen. Es ist unglaublich hilfreich für Ihr Unternehmen, wenn Sie Ihren Kollegen und Angestellten helfen und unter die Arme greifen, so oft es Ihnen möglich ist. Denn dann profitieren Sie und Ihr Unternehmen von den Geberqualitäten eines jeden Einzelnen. Doch lassen Sie sich zu viele Aufgaben übertragen, verlieren Sie schnell den Überblick, sind zu schnell abgelenkt von zu vielen dringenden Aufgaben und setzen sich selbst unter Druck. Nur mit einem gesunden Maß an Hilfe können Sie erfolgreich arbeiten. Und es ist eindeutig, dass Sie mit einem klaren Nein nicht nur sich selbst einen Gefallen tun, sondern auch dem Unternehmen: Sagen Sie zu allem Ja, dann wird mit Ihren Ergebnissen geplant. Können Sie diese nicht liefern, dann leiden die Projekte.

  4. Finden Sie Zeit für Pausen und Entspannung.
    Wie schon der große Tim Bendzko sagte: Wir sind keine Maschinen. Ihr Körper braucht Erholungsphasen – und je älter er wird, desto mehr Erholung sollten Sie ihm gönnen. Der Arbeitsalltag ist lang und fordernd, und es ist entscheidend, Ihrem Körper Pausen zu gönnen. Unser Sondertipp: Nutzen Sie Ihre Mittagspause und gehen Sie spazieren. Schnappen Sie sich Kopfhörer, Ihr Handy und laufen Sie zum Bäcker, statt mit dem Auto zu fahren.
    Entspannung endet aber nicht beim Arbeitsalltag! Jeder weiß, dass man die Arbeit nicht mit nach Hause nehmen soll, doch trotzdem lesen 42 % der Deutschen berufliche Mails nach Feierabend. Je höher der Rang im Unternehmen, desto höher wird der Prozentsatz. Durchbrechen Sie diesen Trend und legen Sie Ihr Handy aktiv zur Seite! Unternehmen, wie Google machen es vor: Hier existiert das Verbot, nach dem Feierabend Mails von der Arbeit zu schicken. Daheim ist es für Ihren Körper das Beste auszuspannen. Verwechseln Sie diese Entspannung aber nicht mit Bewegungslosigkeit. Sport hilft, den Kopf freizubekommen und die Muskeln genauso zu fordern wie den Kopf. Das bringt uns auch schon zum nächsten Tipp!

  5. Halten Sie Ihren Motor in Bewegung.
    Wussten Sie, dass Sitzen auf Dauer die Lebenserwartung massiv einschränkt? Gönnen Sie sich also Bewegung am Arbeitsplatz. Schonen Sie Ihre Augen und nehmen Sie sich alle 60 Minuten mindestens 2–5 Minuten Zeit, einfach mal nicht auf einen Bildschirm zu gucken und durch das Büro zu schlendern.
    Vielleicht ist ja ein Stehtisch etwas für Sie? Er bietet eine Alternative zum ständigen Sitzen und fordert Ihren Körper. Allerdings reicht ein Stehtisch nicht aus, um den Körper fit zu halten. Die Techniker Krankenkasse fand heraus, dass sich zwei Drittel der Deutschen nicht einmal eine Stunde am Tag bewegen. Die umfangreiche Studie zeigt Erschreckendes: So ist in allen Altersklassen eine Zunahme von körperlichen oder mentalen Beschwerden zu verzeichnen, während gleichzeitig die körperliche Aktivität sinkt.
    Dabei empfiehlt die WHO, dass Sie sich wöchentlich 150 Minuten mäßig-intensiv (d. h. erhöhter Puls, schnellerer Herzschlag und Atmung) bzw. 75 Minuten intensiv bewegen. Anders ausgedrückt heißt das: Wenn Sie sich knapp über zwei Stunden in der Woche bewegen, können Sie Depressionen, Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems und Knochenschwund vorbeugen. Bevor Sie jetzt losgehen und sich im nächsten Fitnessstudio anmelden, habe ich eine gute Nachricht für Sie: Körperliche Auslastung wird auch anders erreicht. Fahren Sie z.B. mit dem Rad zur Arbeit, erreichen Sie die empfohlene Dauer an Bewegung sehr leicht.

Fazit

Stress hat viele Gesichter. Fürchten Sie sich nicht vor Ihnen. Wie eingangs erwähnt, werden Sie niemals ohne Stress leben können. Nehmen Sie sich stattdessen Ihrem Stress an. Wenn Sie es schaffen, Ihre Stressquellen zu lokalisieren und Ihren Arbeitsalltag weitestgehend zu automatisieren, verschwenden Sie weniger Ihrer Arbeitsleistung und fühlen sich sofort zufriedener. Im Anschluss gilt es, der geistigen Auslastung eine körperliche entgegenzustellen. Ihr Körper ist darauf angewiesen, genauso von Ihnen gefordert zu werden wie Ihr Kopf. Das schafft einen ausgeglichenen Körperhaushalt. Letztendlich ist es nicht der Stress an sich, sondern allein Ihre Einstellung ihm gegenüber. Beherzigen Sie unsere 5 Tipps und machen Sie Stress zu Ihrem Freund und Anreiz für höhere Leistungen.