9 Wege, um gegen den Stress zu bestehen

9 Wege, um Stress, der dir über den Kopf wächst, zu bewältigen

Stress und Überforderung gehören zum modernen Leben. Wer ist heutzutage nicht gestresst oder gar kurz vorm Burnout? Man kann den Eindruck bekommen, Stress werde zum Statussymbol, gerade für Selbstständige, Freiberufler oder Unternehmer. Denn wer gestresst ist, der hat viel um die Ohren, ist ein Macher und also erfolgreich – früher oder später. Wir alle kennen die positiven Wirkungen von Stress, wenn man voll unter Strom steht, Power hat und sein Projekt voranbringt.

Aber Stress hat eben nicht nur positive Auswirkungen. Im Gegenteil: Negativer Stress kann uns überwältigen und zu ernsthaften Krankheiten führen. Pflegekräfte oder Ärzte beispielsweise kennen den Druck durch enge Budgets. Medienarbeiter, Designer, Texter oder Grafiker in Werbeagenturen haben meistens Deadlines im Nacken. Ob der Stress in solchen Situationen zu Höchstleistungen, Erfolg und Befriedigung führt oder zu Überforderung, Erschöpfung, Burnout und schlimmstenfalls psychischen Krankheiten, ist oft nur ein schmaler Grat.

Die größte deutsche Krankenkasse, die Techniker Krankenkasse, hat in ihrer repräsentativen Stressstudie 2016 1200 volljährige Personen in Deutschland zu ihrer Stresssituation befragt. Hieraus geht hervor, dass sich 60 Prozent der Erwachsenen gestresst fühlen, Tendenz steigend. In den letzten drei Jahren haben 61 Prozent der Befragten angegeben, ihr Leben sei stressiger geworden. Wie gestresst sind Sie? Hier geht es zum Test: https://www.tk.de/tk/life-balance/010-was-ist-stress/test-wie-gestresst-sind-sie/36324

Die 5 größten Stressfaktoren:

  • Job (46 Prozent)
  • Hohe Ansprüche an sich selbst (43 Prozent)
  • Termindichte in der Freizeit (33 Prozent)
  • Straßenverkehr (30 Prozent)
  • Ständige digitale Erreichbarkeit (28 Prozent): Diese ist vor allem bei Berufstätigen ein häufiger Stressfaktor: 33 Prozent sagen, ihr Job erfordere, auch nach Feierabend oder im Urlaub erreichbar zu sein.

Was ist der erste Schritt, um negativem Stress zu entkommen?

  • Die Dosis macht das Gift. Diese Erkenntnis des alten Paracelsus (1493 - 1541) gilt auch für den Stress. In der täglichen Praxis ist bereits viel erreicht, wenn wir anerkennen, dass der Stress uns auch überwältigen kann. Wer sich selbst als unzerstörbaren Überflieger wahrnimmt, wird sich vermutlich erst dann mit Stress auseinandersetzen, wenn es zu spät ist.
  • Reflektion. Wer sich selbst und seinen Alltag unvoreingenommen betrachtet, der kann Stresssymptome wahrnehmen und fundiert entscheiden, ob der Stress noch produktiv ist oder schon gefährlich.

9 hilfreiche Wege, Stress zu bewältigen, der über den Kopf wächst

  • Leben in Balance. Etwa durch genug Schlaf, um ausgeglichen zur Arbeit zu gehen. Oder mehr auf die Ernährung achten, gesünder oder auch nur leckerer essen statt Fast Food vom Imbiss, Bäcker und aus dem Supermarkt.
  • Fokus setzen. Lange To-Do-Listen durch kurze Prioritätenlisten ersetzen. Klar entscheiden, was wichtig ist, um produktiv und effizient zu arbeiten. Um die Produktivität zu steigern, führe Telefon- und Mail-Sperrstunden ein.
  • Nein sagen. Ja sagen ist einfach, hingegen muss Nein Sagen gelernt sein. Es reduziert nicht nur den eigenen Stress, sondern steigert die innere Stärke.
  • Pausen einlegen. Um aus einer aktuell stressigen Situation herauszutreten, bewusst pausieren. Einen Spaziergang um den Block machen, mit netten Kollegen einen Kaffee trinken gehen oder Ähnliches erlaubt es der Psyche, eine Pause zu machen. Das reicht oft schon, um mit frischem, ausgeruhtem Blick die Situation zu betrachten und nötigenfalls Perspektiven- oder Prioritätenveränderungen herbeizuführen.
  • Um Hilfe bitten. Für viele ist das Fragen nach Unterstützung vermeintliche Schwäche. Das Gegenteil ist der Fall. Bitte um Hilfe, wenn du sie benötigst.
  • Meditation. Atemübungen und andere Meditationsformen können im stressigen Alltag kleine Wunder bewirken. Ein paar Minuten lang nur auf den Atem konzentrieren. Dabei Ein- und Ausatmen beobachten, vertiefen, und durch Zählen gleich lang werden lassen. Weitere Möglichkeiten sind: Das persönliche Mantra aufsagen oder intensiv an schöne, besondere Momente im eigenen Leben denken.
  • Musik kann Produktivität, Motivation und Konzentration, aber auch Entspannung und Fokussierung fördern.
  • Sport treiben hat nicht nur positive präventive Wirkungen auf den Körper, sondern ist auch ein wichtiger Faktor, um Stress vorzubeugen und die Psyche zu entlasten und zu schützen. Je nach Situation, Sportart und Persönlichkeit hilft Sport, den Kopf frei zu bekommen oder fokussiert über aktuelle Probleme nachzudenken. Es werden Glückshormone ausgeschüttet. Kein Wunder, dass viele Unternehmen längst eigene Fitnessprogramme anbieten.
  • Die Reißleine ziehen, wenn alles andere nicht mehr hilft. Das bedeutet manchmal nach Hause gehen und das Projekt Projekt sein lassen, um am nächsten Morgen dann frisch erholt wieder durchzustarten. Es kann auch eine längere Auszeit von ein paar Tagen oder Wochen bis hin zu einem richtigen Sabbatical bedeuten.

Fazit

Stress kennt jeder. Die Frage ist, wie man richtig mit Stress umgeht. Der erste Schritt ist, die Symptome zu erkennen und nicht zu ignorieren oder kleinzureden. Schritt zwei ist die Selbstreflektion: Wieso bin ich gestresst? Mache ich mir selbst den Stress, oder sind es Faktoren von außen? Welche Faktoren sind es, die mich überlasten? Nachdem die Ursache und der Grund gefunden sind, kann man zur Behebung und Vermeidung des Stress übergehen. Hierfür haben Sie nun neun hilfreiche Tipps an der Hand.