4 Tipps für Social Giving im Unternehmen

Die besinnliche Zeit und die feierliche Stimmung am Jahresende machen sich nicht nur in den Verkaufszahlen bemerkbar, sondern auch im Spendenanstieg. Etwa ein Drittel des jährlichen Aufkommens an Geldspenden in Deutschland wird im Dezember gegeben. Das haben Marktforscher im Auftrag des Deutschen Spendenrates ermittelt. Von Januar bis September 2016 ist das Spendenaufkommen zwar um knapp 10 % zurückgegangen, lag aber immer noch auf dem zweithöchsten Wert seit Erhebung der Daten in 2005. In 2016 wird mit einem Spendenaufkommen von insgesamt 5 Milliarden Euro und damit mit einer Fortsetzung der langfristig positiven Entwicklung gerechnet.

Corporate social responsibility (CSR)

Sogenanntes „Social Giving“ hat für Unternehmen und Selbstständige nicht nur den moralischen Aspekt, sondern auch einen finanziellen: die bilanzielle Absetzbarkeit. So ist die Zahl laut „Online-Fundraising-Studie 2016“ nicht überraschend: Unternehmen decken 40% Anteil des Spendenaufkommens ab.

Als Corporate social responsibility (CSR) wird soziales Handeln von Unternehmen bezeichnet. Unter CSR wird allgemein freiwilliges unternehmerisches Handeln jenseits der reinen Geschäftsinteressen verstanden, das über die gesetzlichen Anforderungen hinausgeht. Spenden sind nur ein Teil davon, in der Regel wird unter CSR dauerhaftes, nachhaltiges Engagement verstanden. Generell wird dies zunehmend zum wichtigen Verkaufsargument für Unternehmen aller Größenordnungen. Gerade kleine und mittlere Unternehmen sowie Selbstständige und Freiberufler können sich durch CSR-Programme und Initiativen vom Wettbewerb unterscheiden und positiv herauszustechen.

4 Tipps für Social Giving im Unternehmen

  1. In der Gemeinde. Wer unsicher ist, wem er Geld spenden möchte, fängt am besten im eigenen Umfeld an: Kindereinrichtungen, Schulen, Flüchtlingsinitiativen, Tierheime oder Naturschützer vor Ort sind immer auf Geld angewiesen. Übrigens: Viele freuen sich auch über Sachspenden, wenn diese vorher abgesprochen werden.

  2. Für Ihre Mitarbeiter: Noch näher als die Gemeinde ist das eigene Unternehmen. Hier gibt es zwei Möglichkeiten, Social Giving einzubinden. Gibt es einen Fall, in dem Sie direkt helfen können? Zum Beispiel eine Erkrankung im unmittelbaren Familienkreis eines Mitarbeiters. Solche Initiativen sind auch gut für das Team und Ihre Beziehungen zu den Mitarbeitern. Denn diese respektieren und schätzen Führungskräfte, die sich kümmern, und sind, daraus resultierend, mehr motiviert. Zweite Option ist ein gemeinsamer allgemeinnützlicher Arbeitseinsatz in einer Einrichtung in Ihrer Nähe. Teambuilding und das wohl bereicherndste Gefühl wartet hier auf Sie: uneingenützliches Geben, Helfen, Bereichern.

  3. Auswahlkriterien: Insbesondere, wenn Sie nicht einfach nur still und leise Geld überweisen wollen, sollten Sie darauf achten, ob ausgewählte Ziele, Projekte, Programme oder Organisationen zu Ihrem Unternehmen, Team und Ihren Kunden passen und eine Bedeutung für diese haben. Vielleicht bietet es sich ja an, das Team oder die Kunden am Auswahlprozess zu beteiligen?

    Sie können an die in der Statistik im Auftrag des Deutscher Spendenrat e.V. aufgeführten Bereiche Spenden leisten. Hier deutlich zu sehen, ist die humanitäre Hilfe gleichbleibend der größten Spendenblock.

  4. Spenden und Marketing: Lassen Sie Kunden, Mitarbeiter und Öffentlichkeit wissen, was Sie tun, erzählen Sie die Geschichte dahinter sowie die Auswirkungen und Ergebnisse, die Sie erreichen möchten oder bereits erreicht haben. Sie können Spenden und Marketing miteinander verbinden, indem Sie beispielsweise Käufern in einem bestimmten Aktionszeitraum direkten Einfluss auf Ihr Spendenprogramm einräumen. Ein Beispiel könnte lauten: „Für jeden Kauf in der Woche vor Weihnachten spenden wir 10€ an Kinder in Not in Namibia.“ Wenn Sie die Kunden bei der Auswahl involviert haben, halten Sie diese auf dem Laufenden: „Ihr Kauf hat uns geholfen, bisher folgendes Ziel zu erreichen: …….“

Wichtige Voraussetzung: Finanzcheck

Überprüfen Sie vor der Spendenkampagne Ihre Finanzen. Ihre Bücher und Ihr Buchhalter geben Aufschluss und helfen bei der Beurteilung, ob Sie über genügend Cash Flow verfügen. Sprechen Sie mit Ihrem Steuerexperten über die steuerlichen Vorteile und Grenzen für Spenden in Ihrer diesjährigen Steuererklärung.

Fazit

Die Weihnachtszeit und die Tage bis Neujahr sind die Hochphase für Spenden. Es steht Unternehmen und Selbstständigen grundsätzlich gut zu Gesicht, sich daran zu beteiligen. Und es kann sogar positive Auswirkungen auf das Geschäft und die Steuerbelastung haben. Selbst wenn Sie aktuell nicht ausreichend finanzielle Mittel haben, sollten Sie die Idee nicht verwerfen. Denn vielleicht kommen Sachspenden oder ein Arbeitseinsatz Ihres Teams infrage. Und auch wenn jetzt die Hochzeit ist: Spenden werden rund ums Jahr gerne genommen, wenn es bei Ihnen finanziell wieder besser aussieht.