3 Tipps um sich vor schlechter Zahlungsmoral zu schützen

Forderungsausfälle und finanzielle Engpässe vermeiden durch gute Information, Versicherung und Factoring

„Knietief im Dispo“ ist der Titel eines Albums der deutschen Band Fehlfarben, mittlerweile aber zum geflügelten Wort geworden. Kein Wunder, im Schnitt nutzen rund 20 Prozent der Deutschen ihren Überziehungskredit. Das kostet richtig viel Geld, denn trotz Niedrigzinsphase sind Zinsen für Dispositionskredite – kurz Dispo – bei den meisten Banken noch immer zweistellig. Wird sogar der Dispo noch überschritten, kommt das extrem teuer, die Überziehungszinsen können dann an die Marke von 15 Prozent heranreichen.

Gerade Freiberufler, Selbständige & Kleinunternehmen sind häufig mit kurzfristigen finanziellen Engpässen konfrontiert – und oft sogar gerade dann, wenn das Geschäft brummt. Denn viele Kunden von Grafikern, Designern und kleinen Werbeagenturen, IT-Freelancern, von freiberuflichen Pflegern und kleinen Pflegediensten, aber auch von Honorarärzten, Interim Managern oder anderen Dienstleistern lassen sich Zeit mit dem Bezahlen von Rechnungen. Selbst dann, wenn diese mit großzügigen und langen Zahlungszielen ausgestellt werden. Laut dem Zahlungsmoralbarometer Deutschland 2016 des Kreditversicherers Atradius gaben 93 Prozent der deutschen Befragten an, dass Rechnungen von Geschäftskunden zu spät gezahlt wurden, ein überdurchschnittlicher Wert in Europa. Im Schnitt waren 40 Prozent der Rechnungssummen am Fälligkeitstag noch offen.

Lange Zahlungsziele, unbezahlte Rechnungen, aber auch andere Gründe wie Insolvenzen von Kunden können Freiberufler, Selbständige & Kleinunternehmen in Liquiditätsengpässe bringen. Denn die Kosten für den Lebensunterhalt und das Geschäft laufen weiter, Mitarbeiter wollen pünktlich bezahlt werden. Und gerade wenn der Laden brummt, erfordert das oft Investitionen für laufende Projekte. Um die zu bezahlen, muss Liquidität vorhanden sein.

Damit verspätet bezahlte oder ganz ausgefallene Rechnung nicht zu finanziellen Engpässen führen, gibt es drei einfache Tipps:

  • Vor Annahme eines Auftrages können Wirtschaftsauskunfteien über den Kunden und sein Zahlungsverhalten befragt werden
  • Eine Warenkreditversicherung kann abgeschlossen werden, die für ausgefallene Rechnungen aufkommt
  • Oder man arbeitet mit einem Factoring-Unternehmen zusammen

Fazit

Sich über Zahlungsverhalten und Bonität von Kunden zu informieren, ist eine gute Idee. Allerdings geben Informationen über die Vergangenheit natürlich keine Gewähr auf pünktliche Rechnungszahlung in der Zukunft, sondern helfen nur bei einer Abschätzung des Risikos. Warenkreditversicherungen, die heute meist Forderungsausfallversicherung heißen, weil sie eben auch für Dienstleistungen und nicht nur auf Basis von Waren angeboten werden, nehmen tatsächlich das Risiko raus. Allerdings müssen KMU, Freelancer und Selbstständige hier erst warten, bis die Rechnung tatsächlich nicht bezahlt wird, bevor sie die Versicherung in Anspruch nehmen können. Innerhalb dieser oft langen Wartezeit haben sie möglicherweise trotz Versicherung ein Liquiditätsproblem. Außerdem werden diese Versicherungen in der Regel erst ab einem Millionenumsatz angeboten. Deshalb ist Factoring die beste Wahl, um finanziellen Engpässen durch schlechte Zahlungsmoral vorzubeugen, denn beim Factoring erhält man seinen Rechnungsbetrag sofort. Factoring-Plattformen im Internet haben gegenüber klassischen Factoring-Dienstleistern dabei noch den Vorteil, dass im Idealfall nur 15 Minuten zwischen Beantragung und Auszahlung vergehen und sie ohne Mindestumsatz und Vertragsbindung gerade für kleine Unternehmen und Selbstständige äußerst attraktive Konditionen haben. Factoring-Dienstleister bieten ebenfalls Bonitätsauskünfte und übernehmen das Risiko des Zahlungsausfalls – sie verbinden also die Vorteile der ersten beiden Tipps mit der sofortigen Auszahlung der Rechnungssumme.